Infektionskrankheiten beim Hund – 
verstehen, erkennen, vorbeugen

Wer sich für einen Hund entscheidet, übernimmt Verantwortung für seine Gesundheit. Einige Infektionskrankheiten werden durch Parasiten wie Zecken oder Mücken übertragen und sind auch in Deutschland zunehmend relevant. Umso wichtiger ist es, die wichtigsten Erkrankungen zu kennen, ihre Übertragungswege zu verstehen und Symptome frühzeitig zu erkennen.

 

Babesiose (Hundemalaria)

Übertragung:
Babesiose wird durch Zecken übertragen. Beim Blutsaugen gelangen die Parasiten in den Körper und befallen dort die roten Blutkörperchen.

Symptome:
Typische Anzeichen sind hohes Fieber, starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie blasse oder gelbliche Schleimhäute. Oft fällt auch dunkel verfärbter Urin auf, da rote Blutkörperchen zerstört werden.

Risiko in Deutschland:
Das Infektionsrisiko besteht mittlerweile auch in Deutschland, da sich die übertragenden Zeckenarten weiter ausbreiten.

 

Ehrlichiose & Anaplasmose

Übertragung:
Beide Erkrankungen werden durch Zeckenstiche übertragen und durch Bakterien verursacht, die das Blut und das Immunsystem angreifen.

Symptome:
Die Symptome sind häufig unspezifisch: Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust und allgemeine Schwäche. Bei Ehrlichiose können zusätzlich Blutungsneigungen wie Nasenbluten auftreten, während Anaplasmose oft mit Gelenkbeschwerden einhergeht.

Risiko in Deutschland:
Beide Krankheiten kommen auch in Deutschland vor und werden zunehmend häufiger diagnostiziert.

 

Borreliose

Übertragung:
Die Ansteckung erfolgt durch den Stich infizierter Zecken, meist erst nach längerem Saugen.

Symptome:
Charakteristisch sind wechselnde Lahmheiten, geschwollene Gelenke, Fieber und Abgeschlagenheit. Die Symptome treten oft erst Wochen oder Monate nach der Infektion auf.

Risiko in Deutschland:
Borreliose ist in Deutschland weit verbreitet und zählt zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten.

 

Leishmaniose

Übertragung:
Die Erkrankung wird durch Sandmücken übertragen, hauptsächlich im Mittelmeerraum. Die Parasiten greifen verschiedene Organe an.

Symptome:
Häufig treten Hautveränderungen, Haarausfall, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit und auffällig lange Krallen auf. Im späteren Verlauf kann es zu schweren Organproblemen, insbesondere der Nieren, kommen.

Risiko in Deutschland:
Das Risiko ist derzeit gering, jedoch werden durch importierte Hunde regelmäßig Fälle festgestellt. Zudem breiten sich Sandmücken langsam auch in wärmeren Regionen Deutschlands aus.

Wichtig für Reisen:
Bei Reisen in südliche Länder – insbesondere bei Strandurlauben mit Hund – sollte Leishmaniose unbedingt berücksichtigt werden. Ein konsequenter Schutz vor Sandmücken (z. B. durch spezielle Halsbänder oder Spot-on-Präparate) ist hier besonders wichtig, da die Mücken vor allem in den Abend- und Nachtstunden aktiv sind.

 

Brucellose

Übertragung:
Die Infektion erfolgt meist über direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten, insbesondere im Zusammenhang mit Fortpflanzung.

Symptome:
Oft verläuft die Krankheit lange unauffällig. Mögliche Anzeichen sind Fruchtbarkeitsprobleme, geschwollene Lymphknoten und allgemeine Schwäche.

Risiko in Deutschland:
Selten, aber vorhanden.

Besonderheit:
Brucellose ist auf den Menschen übertragbar und sollte daher ernst genommen werden.

 

Herzwürmer (Dirofilaria immitis)

Übertragung:
Die Larven werden durch Stechmücken übertragen und entwickeln sich im Körper zu Würmern, die Herz und Lunge befallen.

Symptome:
Zu den ersten Anzeichen zählen Husten, Atemprobleme, reduzierte Belastbarkeit und Gewichtsverlust. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu schweren Organschäden kommen.

Risiko in Deutschland:
Derzeit noch gering, aber durch Klimaveränderungen und Reisetätigkeit zunehmend relevant.

 

Staupe

Übertragung:
Staupe ist eine Virusinfektion, die durch direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion übertragen wird.

Symptome:
Fieber, Nasen- und Augenausfluss, Husten sowie Magen-Darm-Beschwerden sind häufig. In schweren Fällen treten neurologische Symptome wie Krämpfe auf.

Risiko in Deutschland:
Vorhanden, insbesondere bei ungeimpften Hunden.

Schutz:
Eine Impfung bietet einen zuverlässigen Schutz vor dieser schweren Erkrankung.

 

Fazit

Auch wenn einige dieser Krankheiten ernst sind, lassen sich viele Risiken durch Vorsorge deutlich reduzieren. Ein guter Parasitenschutz, regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und sinnvolle Impfungen sind der Schlüssel zu einem gesunden Hundeleben. Besonders bei Hunden aus dem Ausland ist eine sorgfältige medizinische Abklärung wichtig, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Mit dem richtigen Wissen und etwas Aufmerksamkeit kannst du deinem Hund ein sicheres und glückliches Leben ermöglichen

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